Costa Rica

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¡¡ Pura Vida !!

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Land

http://de.wikipedia.org/wiki/Costa_Rica


Schulen

Schulbus.jpg

Bisher waren Praktikantinnen von uns an vier verschiedenen Schulen in der Umgebung von Nicoya. Als erstes bestand der Kontakt zu der Escuela Cupertino Briceño B. in Caimital, an der unter anderem auch unsere Kontaktperson Flor als Lehrerin arbeitet. Später dazugekommen sind die Escuela Gamalotal in Gamalotal und die beiden weiterführenden Schulen Liceo Rural Belén in Belén und Samará. In wie wiet weitere Praktikanten an diese Schulen gehen können oder der Kontakt zu weiteren Schulen aufgebaut werden kann muss regelmäßig geprüft werden.

Ankunft und Flüge

Ankunft und Flüge

Helena hat ihre Flüge über San José gebucht. Sarah ist über New York nach Liberia geflogen. Diese Möglichkeit ist empfehlenswert, da Liberia nur knapp 1 Stunde von Nicoya entfernt liegt und die Busse halbstündig nach Nicoya fahren. Allerdings ist es wahrscheinlich auch kein Problem, dass euch sogar jemand abholt. San José hingegen ist 4 Stunden entfernt, die Busse fahren in größeren Abständen und nach einem so langen Flug ist man ziemlich froh einfach nur anzukommen. Zwar wurden Helena sowie auch Katrin sehr nett von Arianas Familie abgeholt und beherbergt, jedoch sollte man (je nach Häufigkeit der ankommenden PraktikantInnen) nicht jedes mal ihre Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Liberia ist ein sehr kleiner Flughafen der eigentlich nur aus einer offenen Wartehalle besteht. Diese Halle macht ihrem Namen alle Ehre...man sollte dünne Wechselklamotten zur Hand haben!!!! Die Befragung nach meinen Reisegründen am Schalter ist ziemlich unangenehm und sehr detailliert. Also gute Reisegründe parat haben und das Praktikum nicht erwähnen (vorausgesetzt man reist als Tourist ohne Visum ein).

Falls ihr in San José landet ist da auch überhaupt kein Problem. Auch hier fahren Busse. Ihr solltet nur schauen, wann euer Flug in San José landet, denn um sieben Uhr ist es dunkel und dann solltet ihr euch besser für die erste Nacht ein Hostel oder ähnliches in Flughafennähe suchen (viele Hostels holen euch dann sogar vom Flughafen ab). Landet ihr aber Vormittags oder Mitttags könnt ihr ein Taxi zum Coca Cola Bahnhof nehmen. Das kostet zwar etwas mehr (US$ 10-15) aber ist die sicherste und schnellste Möglichkeit, denn die Gegend des Busbahnhofs soll nicht sehr sicher sein. Also auf das Gepäck aufpassen. Dort könnt ihr dann einfach ein Ticket für die Fahrt von San José nach Nicoya kaufen und einsteigen und bis zur Endstation mitfahren. Dort wurden wir dann abgeholt und zu unseren Familien gebracht.

Versicherung

Ihr solltet auf jeden Fall für die Dauer eures Aufenthaltes eine Auslandsreisekrankenversicherung abschließen, denn sonst kann es schnell sehr teuer werden. Ob ihr dabei eine Versicherung mit eingeschlossenem Rücktransport wählt ist euch überlassen.

Allgemeine Infos vor Ort

Anbindung

Nicoya (34000 Einwohner inkl. Umgebung) ist Verkehrsdrehpunkt der Region, es fahren Busse zum Strand (der nächste ist „Sámara“, ca. 1h, 800₡ (1,10€)), nach San José (ca. 4h) und an viele andere Orte. Hier die wichtigsten Verbindungen (Stand 3/2010): (@ Sarah und alle die in Liberia ankommen werden: Die Busse von Liberia nach Nicoya fahren stündlich, auch über Ostern (ich habe bei der Busgesellschaft angerufen))

Anreise

Wer in San José ankommt oder auf der Reise unterkommen will, dem sei das "Mi Casa Hostel" (http://micasahostel.com/micasahostel.html) im Stadtteil Sabana Norte empfohlen. Das Hostel liegt an einem großen Park in einer sicheren Gegend und die Mitarbeiter sind sehr freundlich und hilfsbereit. Praktisch ist auch, dass es direkt neben der Deutschen Botschaft (http://www.san-jose.diplo.de/Vertretung/sanjose/de/Startseite.html) liegt, falls man dort mal vorbeischauen möchte.

Botschaft

Deutsche Botschaft in Costa Rica: In San José im Stadtteil Sabana Norte: http://www.san-jose.diplo.de/Vertretung/sanjose/de/02/Botschaft.html

Auf der Homepage http://www.san-jose.diplo.de/Vertretung/sanjose/de/Startseite.html rechts unten findet man auch eine Liste deutschsprachiger Ärzte.


Costaricanische Botschaft in Deutschland: In Berlin http://www.botschaft-costarica.de/

₡olones

Wer meiner Empfehlung mit der Kreditkarte folgt der braucht keine Colones mitzubringen. Schon Dollar sind ja nicht einfach so in jeder Bank in Deutschland spontan zu bekommen, ich denke dass das also mit dem costaricanischen Geld nicht einfacher ist. Wer kostenlos abheben kann tut das einfach direkt am Flughafen zum ersten Mal, das war’s. Alle anderen sollten sich, wenn auch auf umständlichem Wege, vielleicht doch etwas mitbringen, aber es sei hier nochmals gesagt (mit dem Risiko dass ich mich wahrscheinlich langsam nach einer DKB-Vertreterin anhöre): mit einer Kreditkarte, die keine Abhebegebühren berechnet ist alles was Geld betrifft unglaublich entspannt, es ist wirklich zu empfehlen. Und zu Hause kann man sie ja weiter benutzen. Nie mehr nach dem richtigen Automaten rennen ;)

Costaricanisches Spanisch

Wer ganz gut Spanisch kann, der kann sich hier mal das Spanisch in Costa Rica anhören/ansehen, ist ganz nett gemacht ;) Sollte der Link nicht mehr funktionieren, sucht einfach nach „Gringo pinto“ bei Youtube.

http://www.youtube.com/watch?v=lf76qGmVZw8

In der ULB kann man sich außerdem Band 113 aus der Reihe "Kauderwelsch" ausleihen: "Spanisch für Costa Rica, Wort für Wort." Es hat die Signatur 2E 20460.

Essen

Je nach Familie hat man evtl. Glück und es gibt auch mal mehr Gemüse, generell muss man sich aber auf Reis und Bohnen und Fleisch einstellen; Mittagessen gibt es in der Schule (meistens Reis, Bohnen und etwas anderes); es gibt natürlich unglaublich viel leckeres Obst! Sehr typisch ist hier das sogenannte Gallo Pinto (Reis mit Bohnen). Diese Mahlzeit ist eine Beilage, die bei keiner Mahlzeit fehlen darf...zumindest bei den traditionellen Familien. Also gibt es Pinto auch zum Frühstück...aber man gewöhnt sich an alles ;-) Ansonsten gibt es viele, leckere Dinge die auf Mais basieren (Arroz de Maíz, Tortilla, Tamal....) oder die aus Bananen hergestellt werden ( mein persönlicher Favorit: Patones con Frijoles=frittierte Kochbananen mit Bohnenpüree) Einfach alles probieren..schmeckt fast immer lecker! Sehr gut sind auch die Batidos base agua. Das ist ein Shake aus einer frischen Frucht die man auswählt und Wasser und Eis. Sehr zu empfehlen sind Pina und Guanabana...

Freizeitgestaltung

An einen der vielen Strände fahren oder ein Naturschutzgebiet oder einen Vulkan besichtigen, Baumkronentouren, Rafting, etc. etc. – Costa Rica ist klein und es fahren überall Busse hin. In Nicoya gibt es eine Sportanlage mit Freibad (Ortsausgang Richtung Caimital), Internetcafés, Klamottenläden, Supermärkte, eine Diskothek (aber dazu fährt man besser in einer Stunde nach Sámara) – unter der Woche ist man eh mit der Schule beschäftigt und am Wochenende werdet ihr sicher Richtung Küste unterwegs sein ;) Was auch schön sein soll ist eine Cabalgata, hier http://www.equitrekking.com/Blog-Entry/104/Equestrian-article.html wird das beschrieben. Man reitet wohl, sieht die Gegend, bekommt Essen und es ist günstig. Das Tolle daran ist unter anderem, dass der ganze Erlös dem Dorf zukommt, das die Cabalgata organisiert.


Theresa (Spetember 2010):

Ich habe mit meinem Gastvater und meiner Gastschwester (Marco und Noelia) Mitte Juli an einer Cabalgata in "Barra Honda", einem nahegelegenen Nationalpark teilgenommen und kann es nur empfehlen. Eine Cabalgata ist ein Erlebnis, das Touristen normalerweise nicht so mitbekommen. Wenn man die Chance bekommt, sollte man es mal machen. Und es ist etwas sehr typisches für die Region Guanacaste. Da man als Tourist eher einzigartig ist, kommt man auch leicht mit den Einheimischen dort ins Gespräch ;)


Sarah und Katrin (Mai 2010):

Empfehlen können Katrin und ich einen mehrtägigen Trip nach Nicaragua. Nicaragua hat sehr viel zu bieten und es auf Grund der kolonialen Städte ein echter Kontrast zu den doch eher hässlichen Städten Costa Ricas. Es gibt mehrere Möglichkeiten der Anreise. Eine ist der sogenannte „Tica-Bus“ oder auch „Trans-Nica“. Diese beiden Busunternehmen bieten einen Transfer von Liberia nach Granada an. Das heißt, man fährt on Nicoya etwa 2 Stunden mit dem Bus nach Liberia und steigt dort in den jeweiligen Bus ein. Wo genau man dann allerdings die im voraus nötigen Ticket kaufen kann weiß ich nicht, da wir Möglichkeit 2 als Hinfahrt gewählt hatten: Dafr fhrt man ebenfalls nach Liberia und steigt dort aber dann am Busbahnhof in der Bus nach Penas Blancas, der Grenzstadt. Diese Fahrten kosten jeweils etwa 2 €. Dann haben wir uns von dort aus ein vorbestelltes Taxi nach Granada genommen. Für diese 100 km zahlt man etwa 55 Dollar. Dieser Transfer hat aber sehr gut geklappt. Die erste Möglichkeit kostet im Ticabus bzw. Trans Nica 23 Dollar pro Kopf, hinzu kommen dann die 2 € ab Liberia nach Nicoya. Diese Möglichkeit war unser Rückweg Die Tickets für den Trans Nica haben wir in Granada gekauft. Beide Möglichkeiten haben Vor-und Nachteile. Es gibt noch eine dritte, die billigste Mögichkeit. Ab der Grenze kann man auch die 100 km im öffentlichen Bus nach Granada fahren. Allerdings gibt es keine direkte Verbindung. Und bei bereits 8-9 Std. Anfahrt hatten wir dazu keine Lust. Falls ihr euch dazu entscheidet, kann ich empfehlen, den Trip an Wochentagen zu machen. Am Wochenende ist der Grenzübergang der reinste Horror. Wir standen 3 Std. an... Falls ihr mehr Infos dazu braucht, meldet euch. Ich kann Auflüge, Hotel etc. empfehlen! Das gilt auch für andere Ausflüge in Costa Rica...ich bin nun 2 Wochen rumgereist und habe sehr viel gesehen und gebe gerne Tipps!


Theresa (September 2010):

Falls ihr euch für eine Reise nach Panama entscheidet denkt daran euer Rückflugticket mitzunehmen wenn ihr die Grenze bei Sixaola überquert, da kann man sich einige Nerven ersparen. Die brauchen nämlich den Beweis, dass man das Land wieder verlässt. Ansonsten muss man ein Rückfahrtticket für einen Bus nach San José kaufen, auch wenn man den gar nicht nutzen wird. Gleiches gilt für die Rückkehr. Dafür muss man aber nicht so lange Anstehen ;) Ander siehts glaube ich beim übergang in Paso Canoas aus.

Führerschein

Unbedingt mitbringen, falls man doch mal ein Auto leihen will oder das Vertrauen der Gastfamilie gewonnen hat.

Finanzen

Mit der kostenlosen VISA-Card der DKB kann man an fast allen Automaten in Nicoya (es gibt viele) kostenlos abheben (Achtung! Das Geld muss auch wirklich auf dem Kreditkartenkonto sein und nicht auf dem zwar benachbarten aber eben doch anderen Girokonto). Costa Rica hat übrigens in vielen Bereichen ähnliche Preise wie in Deutschland, ist also eher teuer. Richtig günstig sind aber die Busse und das Obst und in den Sodas (kleine Restaurants) kann man auch günstig essen.

Ein kostenlose Visa-Card wird auch von der Comdirect angeboten. Hier müsst ihr ein Girokonto eröffnen und die Visa-Card anfordern. Das Geld kann dann aber auf dem Girokonto bleiben und muss nicht wie bei der DKB auf die Karte umgebucht werden.

Gastgeschenke

In Lateinamerika mögen die Leute (generell) kitschige Dinge. Und auch wenn es euch furchtbar vorkommt, am meisten werden sie sich über eine ganz typische Sache aus eurer Stadt freuen (ich habe da gerade noch mal nachgehakt), „typisch“ im Sinne von Souvenir. Denn „die Person geht, aber der Gegenstand bleibt“. Eine kleine Nachbildung des Münsteraner Doms, ein bemalter Teller, eine Schürze mit einem Westfälischen Rezept plus eine leckere Schokolade (besser in Pralinenform wenn überhaupt, sonst kommt sie flüssig an), so etwas ist perfekt. Gibt es nicht in der Salzstraße so einen Souvenirladen?

Hostels

San José: "Mi Casa Hostel" http://micasahostel.com/micasahostel.html

Tamarindo: "Botella de Leche" http://www.labotelladeleche.com/ Auf jeden Fall vorher reservieren. War selbst in der Off-Season ausgebucht!

Hunde

Man sollte keine Hundeallergie haben da die meisten Familien Hunde besitzen. Beim Joggen früh morgens kommen einem auch schon mal ein paar wütende Hausbeschützer kläffend entgegen gerannt, was ja überall in Lateinamerika passieren kann. Die beste Verteidigung ist Angriff: wenn man genau so wütend auf den Hund zu rennt und vielleicht noch einen Stock in der Hand hat verzieht er sich meistens ganz schnell.

Klima

Von Dezember bis April ist es sehr heiß und es regnet kaum! Die restlichen Monate ist Regenzeit :)

Sarah (Mai 2010):

"Im Mai beginnt die Regenzeit. Ich habe das unglaubliche Glück, mich im Moment in einer sehr außergewöhnlichen Wetterlage zu befinden. Es ist nun der 4. Tag in Folge, an dem es ohne Pause (!!!) regnet. Es hat sich zudem um etwa 10 Grad abgekühlt und man mag es kaum glauben, aber nach der unglaublichen Hitze von zeitweise knapp 40 Grad, bin ich 25 Grad nicht mehr gewohnt und musste schon einige Male frieren! Der Regen ist im Vergleich zu Deutschland sehr stark und alle Straßen sind komplett überflutet. Das macht das passieren zu Fuß nicht gerade leichter. Einige Schüler des Colegios konnten nicht zur Schule kommen, weil die Straßen zu ihren teils sehr abgelegenen Häusern unpassierbar waren. Die Hauptverbindung zwischen Nicoya und Belén bzw. Caimital ist aber sehr gut und die Busse fahren ebenfalls weiter.Trotzdem sollte beachtet werden, dass regendichte Schuhe oder aber rutschfeste Sandalen/Flip Flops (die von Reef kann ich empfehlen) nötig sind."

Theresa (September 2010):

Ich durfte dann auch die tiefste Regenzeit mitbekommen (mein Aufenthalt war von Mitte Juni bis Mitte September). Zunächst kann man sagen, dass die Luftfeuchtigkeit zu der Zeit in Guanacaste noch sehr hoch ist und man die Hitze auch während der Regenzeit nicht vermissen muss. Die Temperaturen liegen meist zwischen 25° und 30°C. Wärmere Kleidung braucht man daher nicht wirklich, ein Regenschirm hingegen ist unerlässlich und sollte immer in der Tasche mitgeführt werden. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass bei Regen Flip Flops das beste Schuhwerk sind. Generell ist es morgens eigentlich immer schön und nachmittags fängt es dann an zu regnen. Bis Ende Juli war es meist bis fünf oder sechs Uhr schön, so dass man nach der Schule noch gut schwimmen gehen oder sonstige Unternehmungen machen konnte. Ab August fing es dann auch schon häufig um drei oder vier Uhr an zu regnen, so dass man nicht mehr so frei in seinen Unternehmungen war. Anfang September war ich an der Karibikküste unterwegs, wo das Wetter dauerhaft schön war, so soll es dort den August und September generell sein. Das Wetter ist im ganzen Land generell sehr unterschiedlich. Obwohl es ein sehr kleines Land ist, ist es durch viele verschiedene Mikroklimazonen gekennzeichnet.

Mareike (September 2010)

Ich kann mich Theresa nur anschließen, zumindest was den Verlauf ab Anfang August und die Flip Flops angeht. Alle anderen Schuhe sind entweder zu warm oder gehen kaputt. Um das Ganze noch etwas fort zu führen. Im Oktober hat es aus Kübeln gegossen. Nicht mehr so wie im September, wo es mal drei oder vier Stunden am Stück geregnet hat. Im Oktober ist nämlich Hurrican Season und die Ticos haben mir erzählt, dass die Hurricans die Regenwolken mit sich ziehen. Leider sind im meinen letzten zwei Wochen 16 Hurricans an Costa Rica vorbei gezogen. Der Regen hat gar nicht mehr aufgehört und dabei ist es auch kalt geworden. Ich war zu dem Zeitpunkt in Monteverde und da waren es nur noch 14Grad. Wenn man da nur eine lange Hose dabei hat, die nach dem ersten Gang nach draußen nass ist, ist das nicht so super. Also auf jeden Fall auch was warmes zum Anziehen einpacken und den Regenschutz, und da rede ich nicht mehr von einem Regenschirm, nicht vergessen. Ideal sind Poncho und/oder Regenjacke. Da Manuel Antonio und die gesamte Pazifikküste unter Wasser stand und in Valle Central die Brücken eingestürtzt sind, bin ich an die Karibikküste gefohlen. Da war das beste Wetter.

Kontakt zu Flor

Flor Sanchez ist die Kontaktperson in Nicoya; sie arbeitet in der Grundschule Caimital. Ihr solltet aber damit warten, sie anzurufen, bis sie eure Unterlagen und euer Foto hat und schon mal weiß, wann ihr ungefähr kommen wollt. Sie wird in allen Dingen eure Ansprechpartnerin sein, mehr Kontakt hat man natürlich mit ihr während man an der Grundschule ist. Sie ist ein Mensch, mit dem man wunderbar Tacheles reden kann, was sehr angenehm ist. Wenn ihr an der Schule ein Problem habt oder sonst etwas ist, ganz egal was, auf sie ist immer Verlass und bei ihr könntet ihr auch sicher erstmal unterkommen, bis sich etwas Neues findet wenn ihr euch in eurer Unterkunft nicht wohl fühlt. Bitte zögert nicht wenn irgendetwas schief läuft, es ist wichtig dass ihr hier zufrieden seid.

Laptop

Es ist sehr angenehm, den Laptop dabei zu haben. Man kann schon am Praktikumsbericht schreiben, Fotos dort abspeichern und abends in Ruhe Emails schreiben, die man dann auf seinen Stick zum nächsten Internetcafé mitnehmen kann. Wenn man reist, kann man Wertgegenstände bei der Familie lassen; hier in der Familie ist es relativ sicher (die meisten Häuser haben Alarmanlagen). Es ist aber natürlich nicht unbedingt notwendig seinen eigenen Computer mitzubringen. In Nicoya gibt es genügend Internetcafés (das modernste ist direkt am Park) die auch über Kameras (zum Skypen) verfügen (Internet 400₡/h ≈ 0,60€). Obwohl Costa Rica ein recht sicheres Land ist, muss man aber natürlich trotzdem mit Diebstahl rechnen. Wenn ihr euren also mitnehmt, unbedingt zu Hause noch mal ein Backup machen und eine Diebstahlversicherung abschließen.

Meer

Die meisten werden irgendwann mal im Reiseführer darüber stolpern, aber besser man wird einmal zu oft darauf hingewiesen als zu selten. Das Baden im Meer kann an manchen Stränden gefährlich sein. Das liegt an den teilweise starken Strömungen (Rip-Currents). Am besten fragt man die Einheimischen wenn man sich nicht sicher ist, oft gibt es auch entsprechende Schilder oder Fahnen. Sollte man aber doch mal in eine solche Strömung hinein geraten ist es vor allem wichtig, dass man, wie bei einem Erdbeben, weiß, wie man sich verhalten muss. Die meisten Leute, die dabei sterben, sterben nicht wegen der Strömung, sondern weil sie in Panik geraten. Die Strömungen ziehen einen erstmal ein Stück am Ufer entlang und dann ins Meer hinaus. Ein Stück weit draußen hört die Strömung dann auf und man kann ans Ufer zurück schwimmen. Die Strömungen sind sehr schnell (wodurch die Panik aufkommt). Dagegen anzuschwimmen ist auch für sehr gute Schwimmer unmöglich und man verschwendet bei dem Versuch nur seine Energie. Also, im schlimmsten Fall einfach versuchen die Nerven zu behalten und sich rausziehen lassen und dann ruhig zurück schwimmen.

Mentalität

Offen, freundlich, herzlich, laut, hilfsbereit, unkompliziert, irgendwie so wie man sich Menschen in der Karibik vielleicht immer vorgestellt hat; machen ständig Witze (vor allem die Männer), fassen einen beim Reden viel häufiger an als man das aus Deutschland gewohnt ist. Blonde Mädels, stellt euch auf Hupen und „Machita, psst, psst“ (Blondie) oder auch: „Hey lady, I want to kiss you!“ ein. Gehen auch immer davon aus man sei Gringa (Ami). Einfach ignorieren!

Moskitos

Hier in Guanacaste gibt es angeblich weder Dengue noch Malaria. Laut Reiseführer gibt es diese Krankheiten in den tropischeren Gebieten Costa Ricas aber schon. Wenn ihr noch kein Moskitonetz habt, kauft euch am besten ein imprägniertes (dann setzen sich die Mücken auch nicht mehr aufs Netz um zu warten, dass man mal den Arm ausstreckt) mit tropengerechter Maschengröße (am besten im Outdoorladen beraten lassen). In der Trockenzeit gibt es nur sehr wenige Moskitos und in Guanacaste ist kein Moskitonetz nötig.

Sarah (Mai 2010):

Da ab April die Regenzeit begonnen hat, hat die Anzahl der Moskitos auch stetig zugenommen. Je nachdem wo man sich aufhält, ist es ohne Mückenschutz unerträglich. Das sogenannte „Repelente“, also eine Creme oder ein Spray, enthält den Wirkstoff DEET und ist je nach Konzentration relativ wirksam. Man kann dies zwar auch in Deutschland kaufen, hier ist es aber günstiger. Außerdem kommt man mit einer Packung eh nicht weit und muss hier höchstwahrscheinlich nachkaufen! Hier heißt das Produkt „Off“ und ist in den Supermärkten erhältlich. Es kostet so um die 4 €. Das Spray enthält mehr DEET und ist daher deutlich wirksamer als die Creme. Ich habe auch gehört, dass mit der Regenzeit das Dengue kommen kann, daher sollte man nichts riskieren! Man gewöhnt sich auch ziemlich schnell an die Einsprührituale ....


Theresa (September 2010):

Dengue ist zur Regenzeit eine große Gefahr. Besonders stark hat die Zahl der Denguefälle in der letzen Zeit in Guanacaste zugenommen. Es gibt keine Impfungen oder Ähnliches dagegen. Also immer gut einsprühen. Allerdings habe ich im Nachhinein gehört, es gäbe in der Apotheke vorbeugende Tabletten. Da muss man sich einfach mal informieren.

Namen

Es gibt auch hier das „Justin – Phänomen“, nur dass es hier noch ausgeprägter und irgendwie exotischer ist. In Costa Rica sind der Fantasie in Sachen Namensgebung, anders als in Deutschland, keine Grenzen gesetzt. Das heißt, dass die Leute (vor allem auf dem Land) ihren Kindern nicht nur gerne englische Vornamen als Namen geben (am liebsten natürlich die von Stars), sondern auch englische Nachnamen. Me explico: es gibt an der Schule z.B. einen Jungen der Fiander heißt. Bei einer Google – Recherche findet man den Namen kein einziges Mal als Vornamen, sondern nur als Nachnamen. Ein anderer Fall ist die Schreibung. Der Name des Kindes wird direkt nach der Geburt von dem anwesenden Beamten aufgeschrieben. So wie der den Namen schreibt, so bleibt er auch. Von dem englischen Namen „Michael“ existieren so die Varianten „Mikel“, „Maikel“, Maikol“, „Maicol“, „Maickol“... vielleicht noch mehr.

Religion

In der Grundschule wird jeden Morgen und dann im Englischunterricht noch mal gebetet; so häufig kann das vor allem auch für Nicht-Christen gewöhnungsbedürftig sein. Am besten aber einfach trotzdem mitmachen, da das hier einen sehr hohen Stellenwert hat...man sieht auch überall an den Straßen Schilder mit christlichen Aufschriften. Am Colegio wird nur zum Wochenbeginn gebetet.

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Reptilien

Es gibt in den Häusern viele kleine Geckos (ungefährlich). Schlangen gibt es natürlich auch mal, also ein bisschen vorsichtig sein wenn man unbedingt barfuss laufen will, vor allem an Blätterhaufen. Ab und zu hat man eventuell auch mal einen Skorpion zu Gast; ein Stich dieser Sorte ist jedoch nicht lebensgefährlich.

Skorpion 1.jpg

Risiken und Nebenwirkungen

Damit sich nicht alles wie ein Märchen anhört. Ein paar Aspekte die ich hier nicht so positiv sind:

- Rassismus: Durch den Wohlstand und die politische Stabilität fühlen sich manche Ticos den Nachbarländern, vor allem Nicaragua, gegenüber überlegen. Auch über Schwarze wird öfters abfällig gesprochen. Dieser Rassismus äußert sich allerdings weniger in gewalttätigen Übergriffen, sondern eher in Witzen (die die Nicas angeblich auch über die Ticos machen). Dieses Phänomen ist wohl nicht Costa-Rica-spezifisch, sondern viel mehr leider auf der ganzen Welt zu beobachten. Am stärksten ausgeprägt sind solche Ansichten wie immer in ländlichen Regionen.

- Ein weiteres Problem hier ist der „Machismus“, den sowohl Männer als auch Frauen am Leben erhalten. Die Frauen führen oft genau die Rolle aus, die die Männer von ihnen erwarten. Und die Männer nehmen eine sehr dominante Rolle ein. Wie schon beim Rassismus ist auch dieses Verhalten am stärksten in den ländlichen Regionen ausgeprägt. Aber auch hier, und vor allem auch in San José, gibt es auch viele „moderne“ Frauen, die ihren eigenen Job haben.

- Erdbeben: Zwei Faktoren bringen das Thema „Terremoto“ hier groß ins Gespräch. Zum einen hat es ja in der letzen Zeit zwei große Erdbeben im mehr (Haiti) oder weniger (Chile) nahen Ländern gegeben, und man sagt, dass, wann immer das der Fall ist, auch hier eines erwartet wird. So sind auf der Península de Nicoya hochmoderne Geräte installiert, die bei der Vorhersage des nächsten Erdbebens helfen sollen. Um genau zu sein gab es hier sogar vor ein paar Wochen eines, aber das hatte nur eine Stärke von 4,4 und war in der Nähe von San José, hier also nicht zu bemerken. Zweitens, und spezifischer die Region betreffend in der wir sind, soll es in Nicoya alle 50 Jahre ein schweres Erdbeben geben, in der Stärke um die 8 auf der Richterskala. Dieses lässt nun schon seit 10 Jahren auf sich warten (das letzte ist also schon 60 Jahre her). Jeder muss selbst abwägen wie er/sie das einschätzt, aber es sei doch darauf hingewiesen, da der/die PraktikantIn, wenn nicht schon im Reiseführer, dann spätestens hier einmal davon hören wird. Dass ein Erdbeben dieser Stärke gefährlich sein kann ist klar. Man darf Costa Rica allerdings auch nicht mit Haiti vergleichen, was sowohl Wohlstand als auch Infrastruktur und die Bauweise der Häuser angeht. In Nicoya und Umgebung zumindest sind die meisten Gebäude ebenerdig. Es gibt wohl fast ständig irgendwo kleine Erdbeben in Costa Rica, das macht einfach die Lage. Oft merkt man diese nicht. Für den Fall dass man aber ein Großes miterleben sollte ist es wichtig, dass man weiß wie man sich verhalten sollte. Die Gastfamilie hat erklärt einem das und im Netz sind diese Information ganz gut zusammengefasst. Man sollte sich diese Punkte einfach ohne Panik verinnerlichen, sie können einem im Notfall unter Umständen das Leben retten:

1. Dies ist die Seite der Deutschen Botschaft in San José, die „Hinweise zur Vorsorge und zum Verhalten bei Erdbeben“ herausgegeben hat: http://www.san-jose.diplo.de/Vertretung/sanjose/de/04/Erdbeben/Unterbereich__Erdbeben.html

2. Und hier noch einige ergänzenden Informationen, auch zur „Erbebegeschichte“ in Costa Rica:

http://www.ticopedia.de/Erdbeben

Schwimmen

Falls man gerne schwimmt, Schwimmbrille nicht vergessen mit zu bringen; man muss sich das Freibad hier meistens mit höchstens zwei anderen Schwimmern und ein paar Randfiguren teilen, keine Rippenboxer wie im Stadtbad Mitte also und man kann in Ruhe seine Bahnen ziehen. Öffnungszeiten Mo-Sa 6.00-16.45 Uhr, So 9-16.45 Uhr,Eintritt 1000₡ ≈ 1,40€ oder besser: 5000₡ für einen Monat zahlen. Steht nirgendwo, machen die aber auf Nachfrage!

Sonne

Man sollte auf keinen Fall die Nähe zum Äquator unterschätzen! Man kann sich hier sehr leicht einen Sonnenstich holen, auch noch am späten Nachmittag - gerade bei körperlichen Aktivitäten. Also unbedingt mitbringen: Sonnencreme mit hohem Schutz (Sun Ozon von Rossmann ist gut getestet), eine Kopfbedeckung, Sonnenbrille, Aloe Vera Gel (günstig bei dm) für eventuellen Sonnenbrand und für nach der Sonne, und mittags am besten erst gar nicht in die Sonne gehen.

Strom

Ihr müsst auf jeden Fall einen Adapter mitbringen wenn ihr hier elektrische Geräte mit deutschem Stecker benutzen wollt. Schaut dann mal auf euren Geräten, ob sie es vertragen, wenn nur 110 Volt aus der Steckdose kommen, bei den meisten ist das so. In dem Fall genügt also ein Adapter, damit ihr das Gerät einstecken könnt. Ansonsten gibt es auch Geräte, die die Spannung gleichschalten, die sind aber etwas schwer zu bekommen und relativ teuer.

Ich glaube, die Rede ist hier von Spannungsumwandlern. Die Ändern die Eingangspannung von 110V auf 230V wie wir sie in Deutschland haben, funktionieren aber nicht als Gleichrichter. Das braucht ihr aber auch gar nicht.

Telefonieren und Internet

Die deutsche SIM- Karte funktioniert zum Verschicken (nicht so teuer) und Empfangen (kostenlos) von sms. Zum Telefonieren kann man sich aus Deutschland per Skype auf der Festnetznummer der Familie anrufen (0,06 €/min.) lassen oder in einem Internetcafé selbst per Skype (entweder auf Skype (kostenlos) oder auf ein Festnetz (dazu muss man Guthaben auf das Skype - Konto laden, das Telefonieren ist dann ziemlich günstig) telefonieren. Das funktioniert ganz gut.

(Seit Mai 2010):

Es gibt jetzt Prepaidkarten fürs Handy zu kaufen! Um sie zu bekommen, müsst ihr zu I.C.E, das ist die Telefonfirma, die sich am Park befindet. Dort bekommt man für etwa 15 € eine Karte, die man dann zwei Strassen weiter bezahlen muss. Diese Karte telefoniert man dann wie in Deutschland einfach ab. Nationale Verbindungen sind spottbillig: 1 Sms kostet 1cent! Auch die internationalen Gespräche sind preislich in Ordnung: 3 Min. auf ein deutsches Tmobile Handy kosten etwa 1,20€.

Typisch Deutsch

Wenn ihr mal etwas Deutsches kochen wollt, solltet ihr spezielle Zutaten evtl. mitbringen (ihr könntet eure Vorgänger vorher ja noch fragen ob man das hier bekommt). Gemahlene Haselnüsse bekommt man ich hier z.B. zumindest in Nicoya nicht. Generell sind Nüsse aller Art hier viel teurer als in Deutschland. Viele Dinge sind allerdings in San José in größeren Supermärkten erhältlich, so z.B. auch der in Deutschland zum Backen ja sehr beliebte schwarze, ungesüßte Kakao. Das Angebot in Nicoya ist also nicht vergleichbar mit dem in San José. Die Gastfamilie und Schule werden in der Regel neugierig auf die deutsche Kultur und am kulturellen Austausch interessiert sein. Es schadet in dem Rahmen auch nichts, vor der Reise seine repräsentativen Heimatkenntnisse etwas aufzufrischen ;)

Unterrichtsmaterialien

Nehmt an Materialien ruhig mit, was euch spontan (vielleicht eurem Fach entsprechend?) einfällt, man kann hier aber auch fast alles kaufen (zu ähnlichen Preisen wie in Deutschland). Wenn ihr wollt, bringt Infos und Bilder von Deutschland und natürlich DaF - Material mit, wenn ihr an einer Schule die Deutsch-AG forführen wollt. So Sachen wie ein zugefrorener Aasee oder eine Nonne auf einem Fahrrad wären sicherlich Attraktionen! Manchmal hat die Touristeninformation auch gute Sachen, ich habe von dort z.B. eine Münsterkarte mit spanischen Infos, die jetzt in der Grundschule ist.

Was man nicht braucht

Schlafsack (gibt es alles in der Familie; auch auf der Reise wird man den glaube ich nicht brauchen, langärmlige Kleidung oder lange Hosen sind in den Sommermonaten selbst nachts zu warm, bringt in der Zeit also nur was ihr auf der Reise tragt an langen Sachen mit.

Wie oft man an der Schule ist

Normalerweise jeden Tag von Mo - Fr an der Schule, in der Grundschule von 7-16 Uhr, am Gymnasium von 7-15 Uhr. Wenn irgendwo eine Lehrerkonferenz ist wo alle hingehen, geht man da auch mit.

Wasser

Bei Flor ist ein Filter in die Leitung gebaut und man trinken das Wasser aus dem Hahn, aber auch so ist es wohl ziemlich gut, man kann hier relativ entspannt fast alles essen und trinken.

Visum

Wer länger als drei Monate bleibt, sollte entweder ein Visum beantragen (Costaricanische Botschaft in Berlin) oder in der Zeit mal kurz nach Nicaragua oder Pánama reisen; bei jeder Einreise bekommt man wieder eine Aufenthaltserlaubnis für 3 Monate (diese Variante ist die üblichere und spannendere, die meisten werden ohnehin mal in eines der Nachbarländer schauen).

Einige Beobachtungen: Schulsystem und Unterricht

Lärm und Ordnung

Helena (April 2010):

Ein Beispiel. Actos cívicos sind eine Art patriotische Feierlichkeiten, an denen ein für das Land oder die Region wichtiges Ereignis gefeiert wird. Von diesen „actos cívicos“ gibt es ziemlich viele und hier soll euch mal beschrieben werden wie so etwas von statten geht.

"Heute ist der 19. März und die „Batalla de Santa Rosa“ wird gefeiert, eine Schlacht in der sich Costa Rica 1856 der Versklavung durch Nordamerika widersetzt hat. Alle SuS stellen sich vor der Schule in zwei Schlangen auf, so wie montagmorgens. Einige SuS haben auf einem Plakat Informationen über dieses Ereignis gesammelt, dieses hängt jetzt neben der Direktion an der Wand. Zunächst werden die Fahnenträger gebeten, die Fahnen zu bringen. Ein Junge und ein Mädchen kommen mit den Fahnen, versuchen sie in die Fahnenständer zu stecken, doch die Decke des Vordachs ist zu tief. Nach umständlichen Verkeilungen kommt eine Lehrerin zu Hilfe. Endlich stehen die beiden Fahnen rechts und links neben der Collage an der Wand. Aus einem CD-Player trällern jetzt die verschiedenen Lieder, die die SuS mitsingen: die Nationalhymne, die Hymne der Provinz Guanacaste und die der Schule. Die SuS der höheren Klassen haben die Hände in den Hosentaschen und offensichtlich keine Lust zu singen. Sie schauen etwas gelangweilt drein. Eine Lehrerin unterbricht den Akt und berichtet der Direktorin, dass die Großen nicht singen. Sie will, dass man noch einmal von vorne beginne und gibt schon Handzeichen, aber die Direktorin sagt man solle weitermachen. Gegen Ende des dritten Liedes bringt der Wind die linke Fahne zum Wanken, die Stange fällt und landet auf der Schulter einer Drittklässlerin. Die erschrickt, beißt sich erst auf die Lippen (es ist ja ein offizieller Anlass). Dann rollen die Tränen doch. Eine Lehrerin kommt und tröstet sie. Die CD ist inzwischen bei der Aufnahme der Schulhymne angekommen, das Mädchen mit der Fahnenstange singt wieder mit. Nun trägt eine Lehrerin Informationen über die Schlacht vor. In der Direktion klingelt das Telefon. Ein Truck rollt auf der Straße drei Meter hinter uns vorbei. Ich verstehe nichts mehr. Die nächste Lehrerin kommt nach vorne. Sie wird vom Dorfpolizisten übertönt der gerade mit seinem Motorrad anrollt und sich nach etwas erkundigt das ich nicht verstehe, weil das Telefon schon wieder Sturm klingelt. Ein weiterer Truck rollt heran, ohrenbetäubender Lärm. Ich habe den Faden verloren. Inzwischen ist die Direktorin an der Reihe. Sie betont, dass man sich auch heutzutage, auch ohne bewaffnete Konflikte und Militär, gegen gewisse Versklavungen wehren müsse. Sogar hier im Dorf gebe es Menschen die Drogen und Alkohol verfallen seien, vor denen müsse man stets auf der Hut sein. Denn dazu seien sie schließlich auf der Schule, die Schüler und Schülerinnen, um ihr Land mit klarem Geist und der richtigen Einstellung zu schützen und zu verteidigen. Mir fällt auf dass ich als Schülerin nie dachte, ich gehe für mein Land auf die Schule, sondern nur für mich selbst. Ich glaube, das hat auch nie jemand zu mir gesagt. Danach löst sich die Versammlung auf, man könne nun zu Mittag essen. Während ich noch denke, dass das ja etwas halbherzig gewesen sei, merke ich schon, dass ich mal wieder durch die „deutsche Brille“ schaue, wie auch so oft im Unterricht. Dabei habe ich eigentlich schon gemerkt, dass der Lärm und die aus meiner Perspektive leicht fehlende Disziplin kein Produkt schlechter Erziehung oder etwa Desinteresses sind. Ich beginne sehr langsam zu verstehen, dass die Menschen hier einfach anders sind, andere Maßstäbe haben und den Lärm im Klassenzimmer oder das ständige Hereinrufen nicht als so störend empfinden wie ich. Und dass es trotzdem ernst gemeint ist und dass es trotzdem funktioniert. Es ist so schwer diese Brille für Momente mal abzulegen und man urteilt fast ständig, auch wenn man das nicht will."

Sarah (Mai 2010):

Generell muss man ich erst mal an die Lautstärke und gefühlte „Unordnung“ gewöhnen. Alle Schüler sind relativ laut, laufen während der Stunde herum und für eine angehende deutsche Lehrerin wie mich, herrscht zu wenig Disziplin. Manchmal hatte ich das Gefühl am Ende einer Stunde nur sehr wenig „gelernt“ zu haben. Sachverhalte werden in aller Ruhe diktiert und private Gespräche öfters mal zugelassen. Die Stimmung in den Klassen ist dadurch natürlich sehr angenehm und lustig. Gerade auch das Verhältnis von Schülern zu Lehrern ist sehr freundschaftlich und locker. Als ich selber unterrichtet habe, hat mich die Lautstärke schon sehr gestört. Das Problem ist, dass man in seiner Klasse natürlich für Ruhe sorgen kann, denn an mangelndem Respekt den Lehrern gegenüber scheitert es nicht. Vielmehr stören ständige Bauarbeiten und herumlaufende Schüler aus anderen Klassen, die durch die offenen Klassenräume immer Aufmerksamkeit erregen. Es ist auch häufig der Fall, dass Schüler uns anderen Klassen kurz in den Unterricht kommen um den Lehrer etwas zu fragen. Diese Beobachtungen gelten für beide Schulen, haben mich aber besonders in Belén gestört, da dort auf Grund des Alters ja ein ganz anderer Unterricht stattfindet als an der Grundschule. Nachdem ich einen ganzen Tag unterrichtet habe, blieb mir die Stimme am Ende weg weil ich so schreien musste.

Innovationsfreudig (oder nicht?)

Caimital

In Caimital an der Grundschule herrscht ein sehr nettes Klima und die Direktorin ist generell interessiert an der Zusammenarbeit mit uns. Die wirklich treibende Kraft aber ist Flor. Mit ihr kann man an einem Morgen eine Idee haben und sie am Abend schon umgesetzt haben. Bei dem Rest des Kollegiums geht das, würde ich sagen, etwas langsamer. Als Flor der Englischlehrerin vorschlug, dass man mit den PraktikantInnen nachmittags eine Englisch-AG anbieten könnte (damit die Kids mal zum Sprechen kommen und ihre Hemmungen verlieren) war ihre einzige Reaktion, dass sie in dieser Zeit für die SuS nicht die Verantwortung übernehmen möchte (obwohl davon nicht die Rede war). Ich glaube das ist ein bisschen „typisch Lehrer“ und vielleicht die schwierigste Hürde die wir hier haben werden. Dass sich die Lehrer in ihrem Terrain bedroht fühlen und erstmal blockieren. Ich glaube da bedarf es zum einen Geduld und zum anderen Hartnäckigkeit. Die Schulen werden erst nach und nach begreifen, dass wir nicht hier sind um Missionarsarbeit zu betreiben und auf ihren Bildungsstand hinab zu sehen, sondern vor allem zum Guten für Schule und Schüler. Es braucht sicherlich als nächstes eine/n Praktikant/in, der/die ein Projekt wie z.B. die Umgestaltung des Pausenhofs oder die Einrichtung einer kleinen Bibliothek anpackt und durchzieht.


Belén

Sarah (Mai 2010):

Insgesamt habe ich 5 Wochen in Belén verbracht und konnte sehr gute Einblicke in den Schulalltag erhalten. Generell glaube ich schon, dass die Schüler und auch Lehrer Interesse an neuen Angeboten haben. Das schwierige stellt eher die Umsetzung dar. Wie bereits beschrieben, gibt es 6 Klassen und derzeit 6 Lehrer, die alle ihren eigenen Raum haben. Der zusätzliche Raum ist noch Baustelle und kann nur für sportliche Aktivitäten etc. genutzt werden. Das bedeutet, es gibt keinen Raum für ein parallel stattfindendes Angebot. Für einzelne Unterrichtsstunden unsererseits in ihrem Unterricht, sind die Lehrer allerdings sehr offen und teilweise auch dankbar ;-) Feststehende Angebote können meines Empfindens nach, nur außerhalb der Klassenräume stattfinden. Demnach wäre Musik, Sport, Tanz, aber auch so was wie Schminken oder Make-up Kurse ... sehr gut umsetzbar. Gerade die Mädels sind alle sehr bedacht auf ihr äußeres und keins geht ohne Spiegel und Schminke aus dem Haus. Deshalb glaube ich, dass ein Angebot in dieser Richtung das Nachmittagsangebot sehr gut ergänzen könnte. Ich weiß nicht, in wie weit es auch möglich wäre, den 5 Minuten zu Fuß entfernten Fußballplatz zu nutzen. Die Jungs hätten auf jeden Fall Spaß daran.


Uni?

Eine weitere Idee für Leute die Englisch studieren oder einfach ein gutes Englisch haben wäre vielleicht einen Aussprache-Workshop für Englischlehrer aus der Region zu geben, vielleicht ein oder zwei Mal die Woche. Das Englisch der Grundschullehrer ist teilweise ganz schön unverständlich. Da braucht man sich dann über das Englisch der SuS nicht wundern. Dazu müsste man die Englischlehrerin (Nayra) in Caimital ansprechen, die ist nämlich in Kontakt mit dem Englischlehrerverbund der Region, der sich ohnehin ab und zu trifft um die Wochenpläne der nächsten Zeit zu planen.

Das Kinderschutzgesetz

In Costa Rica gibt es ein Kinderschutzgesetz (vielleicht will sich da ja mal jemand in der Zukunft drüber schlau machen), das in zwei Situationen zur Sprache kam. Bei der einen ging es um eine Familie in Caimital, die angeblich vom Vater geschlagen wird. Das Jugendamt bzw. die Polizei könnte eingeschaltet werden, doch fällt dies unter den Aufgabenbereich der Klassenlehrerin. Diese hat sich jedoch dazu entschieden, nichts zu tun und sagt, dass sich dadurch nichts ändere, da die Mutter den jeweiligen Beamten höchstwahrscheinlich anlügen und sagen würde, dass alles in Ordnung sei.

Der andere Bereich betrifft das Fernhalten eines/r Schülers/in vom Unterricht. Das Kinderschutzgesetz besagt, dass keinem Kind unter keinen Umständen der Unterricht verwehrt werden dürfe. Im Klartext heißt das Folgendes:

1. Ein Kind darf, auch wenn es im Unterricht stört, nicht vor die Tür geschickt werden.

2. Ein Kind darf Klassen so oft es nötig ist wiederholen. Die Klassen sind dadurch, was das Alter betrifft, wesentlich heterogener als in Deutschland. Manchmal hat man Altersunterschiede von fünf Jahren in Klassen. Und theoretisch könnte man einen fünfzigjährigen Schüler in einer siebten Klasse sitzen haben (auch wenn diesem in der Praxis empfohlen würde, eine Abendschule zu besuchen).

3. Ein blindes oder taubes Kind oder eines mit sonstigem sonderpädagogischem Förderbedarf kann auch auf eine ganz normale Schule gehen, wenngleich es auch Sonderschulen gibt. Laut Gesetz muss daher jede Schule eine Lehrkraft haben, die die Gehörlosensprache beherrscht (was aber in der Praxis nicht der Fall ist).

Für uns am wichtigsten zu beachten ist, dass man „Störer“ nicht vor die Tür schicken darf, auch nicht für fünf Minuten.

Etwas Systemisches

In Costa Rica gehen alle Kinder den gleichen Bildungsweg: 6 Jahre Grundschule und danach weitere 5 Jahre Colegio. Wer die Abschlussprüfung am Ende des Colegios zwei mal nicht besteht beendet die Schule quasi ohne jeglichen Abschluss. Die erste Reaktion auf einen Bericht vom deutschen Bildungssystem war „Ah, esto es clasista!“, was so viel bedeutet wie dass wir eine Klassengesellschaft in Deutschland haben. In Costa Rica sei es ganz egal ob man aus armen oder reichen Verhältnissen käme, man könne immer eine gute Ausbildung bekommen und ganz an die Spitze kommen. Die Antwort darauf war dann, dass die Aufteilung auf Haupt-, Realschule und Gymnasium ja nichts mit Geld zu tun habe, sondern mit Leistungen und dass auch ein Hauptschüler ja noch sein Abi nachmachen könne, nur eben auf anderem Wege, und dass man so besser auf die Verschiedenen Interessen und Bedürfnisse der SuS eingehen könne. Abgesehen davon stimmt es ja auch nicht ganz, dass hier ein jeder jeden x-beliebigen Weg einschlagen kann. Schließlich braucht eine sehr arme Familie sicher so früh wie möglich jede arbeitende Hand und kann nicht ein langes Medizinstudium finanzieren, denn auch ohne Studiengebühren hat ein Student ja Lebenshaltungskosten. Interkultureller Austausch. Man sollte hier in seiner Zeit so oft wie möglich versucht, solche oder ähnliche Gespräche mit verschiedenen Leuten anzufangen. So lernt man am meisten (und schönsten ;)).

Übrigens findet der Unterricht hier sowohl an der Grundschule als auch am Colegio mit offenen Türen statt und zwar nicht nur, damit frischer Wind in die Klassenzimmer kommt, denn die Wände sind ohnehin nicht richtig geschlossen, sondern haben eine Art Lochmuster. Das ist sehr positiv.

Sexualkunde

Seit sich die Direktorin in Caimital erkundigte, ob es in Deutschland auch so viele minderjährige Schwangere/Mütter gebe habe ich mit verschiedenen Leuten über dieses Thema und über die sexuelle Aufklärung gesprochen und sehr unterschiedliche Meinungen dazu gehört. Einige davon vertraten den Standpunkt, die Kirche stehe der Aufklärung im Wege und sei der Grund dafür, dass sich nicht nur viele Eltern, sondern auch Lehrer schämten, mit ihren Kindern bzw. SuS offen zu sprechen. Masturbation z.B. sei von der Kirche als Sünde angesehen und darüber zu sprechen sei skandalös. Da die Kirche so viel Einfluss im Staat habe, sei es schwierig, Sexualkunde als festen Pflicht-Bestandteil in den Lehrplan aufzunehmen. Aus dem selben Grund gebe es auch keine dementsprechenden Lehrwerke und es bleibe immer die Entscheidung des einzelnen Lehrers, in wie weit er/sie seine/ihre SuS aufklären wolle. Gegensätzlich dazu beteuerten andere dagegen, dass jeder junge Mensch hier sehr wohl wisse, was passieren könne wenn man Geschlechtsverkehr habe. Manche gingen so weit zu behaupten, die jungen Mädchen würden bewusst schwanger, um von Staat und dem Vater Gelder zu kassieren und so nicht arbeiten zu müssen (die Gelder vom Vater natürlich nur wenn sie überhaupt wissen wer er denn ist, denn sie wechselten ihre Partner ja so häufig). Der dritte Standpunkt war, dass es überall gleich sei, in Costa Rica wie in Deutschland, nur dass man es in Deutschland nicht so bemerke, da die Abtreibung, anders als in Costa Rica, legal sei. Ein hoch spannendes Thema! Wie viele Abtreibungen werden in Deutschland wohl jährlich durchgeführt? Es wäre doch jedenfalls sehr interessant, die Zahlen von Deutschland und Costa Rica einmal zu vergleichen und ein bisschen weiter nach möglichen Gründen für Unterschiede zu recherchieren.
















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zuletzt bearbeitet von Helena, 28.Juli 2010